Wohnmobil einwintern: Die Checkliste für den Winter in Schleswig-Holstein
Frost, Feuchtigkeit und Stillstand sind die drei Feinde Ihres Wohnmobils im Winter. Mit dieser Checkliste kommt Ihr Fahrzeug schadenfrei durch die kalte Jahreszeit – und startet im Frühjahr ohne böse Überraschungen.
Wann sollte man das Wohnmobil einwintern?
Sobald nachts dauerhaft Temperaturen um den Gefrierpunkt drohen – in Schleswig-Holstein ist das meist ab Ende Oktober oder Anfang November der Fall. Wer sein Fahrzeug im Winter nicht nutzt, sollte spätestens dann die Wasseranlage entleeren. Ein einziger Frostschaden an Boiler oder Pumpe kostet schnell mehrere hundert Euro, bei geplatzten Leitungen hinter der Möbelverkleidung auch deutlich mehr.
1. Wasseranlage komplett entleeren
Das ist der wichtigste Punkt überhaupt. Frischwassertank, Abwassertank, Boiler und alle Leitungen müssen leer sein. So gehen Sie vor:
- Frisch- und Abwassertank über die Ablasshähne vollständig entleeren, Tankdeckel offen lassen.
- Boiler entleeren: Bei Truma-Heizungen öffnet das FrostControl-Ventil unter etwa 3 °C automatisch – prüfen Sie trotzdem, ob das Wasser wirklich abgelaufen ist. Bei Alde-Anlagen den Ablasshahn des Warmwasserboilers öffnen.
- Alle Wasserhähne auf Mittelstellung (warm und kalt) öffnen, Duschkopf abnehmen und tief legen, damit auch die Duschleitung leerläuft.
- Wasserpumpe kurz laufen lassen, bis keine Flüssigkeit mehr kommt, dann die Pumpe am Bedienpanel ausschalten.
- Toilettenspülung mehrfach betätigen, Fäkalientank leeren, reinigen und offen auslüften lassen. Dichtungen leicht mit Silikonspray oder Vaseline pflegen.
- Siphons und Wasserfilter leeren; Filterpatronen am besten entnehmen.
Frostschutzmittel in die Wasseranlage zu füllen ist in der Regel nicht nötig und bei Trinkwasseranlagen nicht empfehlenswert. Leer und offen ist die sicherste Lösung.
2. Gasanlage und Heizung
- Gasflaschenventile schließen. Wenn das Fahrzeug nicht beheizt wird, Flaschen am besten ausbauen und frostfrei, aber belüftet lagern.
- Prüfen Sie das Datum der letzten Gasprüfung. Ist sie im Winter fällig, lassen Sie sie gleich beim Einwinter-Termin erledigen – dann steht der Saisonstart nicht unter Zeitdruck.
- Heizung einmal mit Netzstrom oder Gas kurz durchlaufen lassen, um Feuchtigkeit aus Brennraum und Abgasführung zu bekommen.
3. Batterien pflegen
Die Bordbatterie ist der häufigste Grund, warum ein Wohnmobil im Frühjahr nicht anspringt oder die Aufbauelektrik streikt.
- Blei-Säure- und AGM-Batterien vollständig laden und alle vier bis sechs Wochen nachladen, alternativ an einem Erhaltungsladegerät lassen. Eine entladene Bleibatterie friert ein und ist danach meist unbrauchbar.
- Lithium-Batterien (LiFePO4) nicht voll laden, sondern bei etwa 50–70 % lagern und das Batteriemanagement nach Herstellerangabe in den Lagermodus versetzen. Lithium darf unter 0 °C nicht geladen werden.
- Hauptschalter aus, Trennschalter betätigen oder Verbraucher wie Alarmanlage, Tracker und Kühlschrank im Blick behalten, die weiter Strom ziehen.
- Starterbatterie: Bei langer Standzeit ebenfalls regelmäßig laden oder abklemmen.
- Solaranlage kann im Winter die Erhaltungsladung übernehmen – wenn das Dach nicht unter Schnee oder einer Abdeckplane liegt.
4. Innenraum trocknen und lüften
- Kühlschrank leeren, reinigen, Tür mit der Arretierung einen Spalt offen lassen.
- Alle Lebensmittel, Getränke und Kosmetik entfernen – auch Spraydosen und Reinigungsmittel können einfrieren.
- Polster aufstellen, Stauklappen und Schranktüren öffnen, damit Luft zirkuliert. Matratzen vom Lattenrost anheben.
- Luftentfeuchter (Granulat oder elektrisch bei Netzstrom) aufstellen und regelmäßig leeren.
- Textilien, Handtücher und Kleidung mit nach Hause nehmen.
- Dachluken und Fenster schließen, Zwangsbelüftungen aber frei lassen.
5. Außen: Dach, Dichtungen, Reifen
- Fahrzeug gründlich waschen, vor allem Dach und Dachaufbauten. Laub und Schmutz in Dachrinnen und an Dachhauben halten Feuchtigkeit und begünstigen Undichtigkeiten.
- Gummidichtungen an Türen, Klappen und Fenstern mit Gummipflege behandeln, damit sie nicht festfrieren oder spröde werden.
- Reifendruck um etwa 0,5 bar über den Normaldruck erhöhen, um Standplatten zu vermeiden. Fahrzeug nach Möglichkeit alle paar Wochen ein Stück bewegen.
- Markise trocken einrollen, Fahrradträger und Zubehör abnehmen.
- Handbremse lösen und stattdessen Gang einlegen oder Unterlegkeile verwenden, sonst können die Bremsbeläge festrosten.
- Scheibenwaschanlage mit Winterreiniger befüllen, Kühlmittel-Frostschutz prüfen lassen.
6. Stellplatz und Abdeckung
Ideal ist ein trockener, überdachter Stellplatz. Steht das Fahrzeug im Freien, verwenden Sie nur atmungsaktive Abdeckplanen, die nicht direkt auf dem Lack scheuern – eine normale Plastikplane sammelt Kondenswasser und schadet mehr, als sie nützt. Bei starkem Schneefall das Dach freiräumen: Nasser Schnee ist schwer und drückt auf Dachhauben und Sat-Anlagen.
Jährliche Dichtigkeitsprüfung nicht vergessen
Für die Dichtigkeitsgarantie des Herstellers muss die jährliche Dichtigkeitsprüfung innerhalb des vorgegebenen Zeitfensters erfolgen. Der Winter ist dafür der beste Zeitpunkt: Das Fahrzeug wird ohnehin nicht genutzt, und die Werkstatt hat mehr Zeit als im Frühjahr, wenn alle gleichzeitig starten wollen. Bei uns können Sie Dichtigkeitsprüfung (für Rapido, Itineo, Sun Living und Dreamer), Gasprüfung und den Einwinter-Check in einem Termin kombinieren.
Einwinter-Check in Schuby
Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, übernehmen wir das Einwintern für Sie: Wasseranlage fachgerecht entleeren, Batterien prüfen und laden, Dichtungen pflegen, Frostschutz kontrollieren und auf Wunsch gleich die Gasprüfung oder Dichtigkeitsprüfung erledigen. Einwintern, Gasprüfung und Reparaturen machen wir an Wohnmobilen und Wohnwagen aller Marken; die Dichtigkeitsprüfung für den Garantieerhalt führen wir für Rapido, Itineo, Sun Living und Dreamer durch. Wir sind Service-Partner von Truma und Alde. Termine erreichen Sie am besten über das Kontaktformular oder telefonisch unter 04621 / 39 69 677.
Häufige Fragen zum Einwintern
Muss ich das Wohnmobil einwintern, wenn ich im Winter gelegentlich damit fahre?
Wenn Sie das Fahrzeug im Winter nutzen, muss die Wasseranlage zwischen den Fahrten entleert werden, sobald Frost droht – oder das Fahrzeug wird durchgehend beheizt. Viele Wintercamper lassen das Frischwasser drin, solange die Heizung läuft, und entleeren alles, bevor das Fahrzeug unbeheizt steht.
Reicht das FrostControl-Ventil der Truma-Heizung aus?
Das FrostControl entleert bei Frost nur den Boiler, nicht Tanks, Leitungen und Pumpe. Es ist eine Sicherung gegen Vergessen, ersetzt aber nicht das vollständige Entleeren der Anlage.
Wie lange hält die Bordbatterie ohne Nachladen?
Eine gesunde, volle Bleibatterie ohne Verbraucher verliert pro Monat einige Prozent Ladung. Mit Alarmanlage, Tracker oder Kühlschrank im Standby kann sie aber innerhalb weniger Wochen tiefentladen sein. Deshalb: alle vier bis sechs Wochen nachladen oder dauerhaft an ein Erhaltungsladegerät.
Soll ich Frostschutzmittel in die Wasseranlage geben?
Nein. Trinkwasseranlagen werden leer und offen überwintert. Lebensmittelechte Frostschutzmittel gibt es zwar, sie müssen im Frühjahr aber aufwendig ausgespült werden und sind nicht nötig, wenn die Anlage wirklich leer ist.
Was kostet der Einwinter-Check in der Werkstatt?
Das hängt vom Umfang ab – ob nur die Wasseranlage entleert werden soll oder zusätzlich Batteriecheck, Gas- und Dichtigkeitsprüfung gewünscht sind. Rufen Sie uns an, wir nennen Ihnen den Preis für Ihr Fahrzeug vorab.
Kann ich die Dichtigkeitsprüfung im Winter machen lassen?
Ja, und das ist sogar sinnvoll – bei uns für Rapido, Itineo, Sun Living und Dreamer. Die Prüfung muss jährlich im Zeitfenster des Herstellers erfolgen; im Winter sind die Werkstatttermine entspannter als im März und April.
